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Kurzinformation
Bei der Menièrschen Erkrankung ist das Gleichgewichtsorgan zusammen mit dem Hörorgan betroffen. Der Dreh-Schwindel tritt typischerweise anfallweise auf. Er variiert von mindestens 10-, eher 20-minütigen Anfällen bis zu stundenlange schwere Drehschwindelattacken mit unstillbarem Erbrechen. Betroffen sind schätzungsweise 0,1% der bundesdeutschen Bevölkerung.
Die Anfallhäufigkeit kann dabei von mehrmals pro Monat bis zu sehr seltenen, nur alle paar Jahre auftretenden Anfällen schwanken. Der Hörverlust ist ebenfalls sehr unterschiedlich ausgeprägt. Anfangs kann er sich oft noch bis zur Normalhörigkeit erholen, später dann aber zunehmend schlechter werden. Hinzu kommt ein in der Regel tief klingender Tinnitus (brummen).
Im ungünstigen Fall kann die Menièrsche Erkrankung zu: Schwerhörigkeit, starkem Tinnitus-Leiden und im Gefolge der Schwindelanfälle auch zu länger anhaltender Unsicherheit, Hilflosigkeit, Angst und Panik sowie zu depressiven Entwicklungen führen.
Bei der Menièrschen Erkrankung, wie sie in der Folge zu Ehren des Erstbeschreibers Prosper Menière genannt wurde, liegt keine Störung von "außen" durch eine Durchblutungsstörung oder Viren vor. Es handelt sich vielmehr um eine Regulationsstörung der (Lymph-)Flüssigkeit in den Gehör- und Gleichgewichtsschläuchelchen.
Diese Regulationsstörung entsteht vermutlich als Folge eines Missverhältnisses von Produktion und Abtransport der Flüssigkeit im Innenohr. Die Folge ist, dass das Innenohr unter Druck steht. Dies wird medizinisch "Endolymphatischer Hydrops" genannt. Dadurch kann das fein ausgeklügelte System der Sinneswahrnehmung gestört werden und es kann zu einem regelrechten Chaos im Gleichgewichtsorgan und zu Störungen und Ausfällen im Hörorgan kommen (Ausführliches s. auch Schaaf, H.: M. Meniére, Springer Verlag, 2004 und www.drhschaaf.de )
Die genaue Diagnose, des medizinisch sehr klar definierten Krankheitsbildes des Morbus Menière, ist nicht immer einfach. Sie ist aber ebenso, wie die Abgrenzung von anderen Krankheitsbildern, mit oft täuschend ähnlichen Symptomen sehr wichtig, da sich meist andere therapeutische Konsequenzen ergeben.
Perspektivisch geht es um eine Hilfe zur Selbsthilfe, die auch das Engagement der Betroffenen in Selbsthilfegruppen einbezieht. Zu diesen kann über die www.tinnitus-liga.de und die www.kimm-ev.de aufgenommen werden!
Auch wenn sicherlich organische Schwachstellen oder Schäden vorliegen, hängen Verlauf, Erleiden und Erleben der Erkrankung wesentlich von der Verarbeitung und der aktiven Aneignung von Bewältigungsstrategien ab. Diese bestehen sowohl im Ausgleich und der Kompensation des verlorenen Gleichgewichtes als auch in der Wiedergewinnung einer - möglicherweise veränderten - Lebensqualität.

 

Quelle: Dr. Helmut Schaaf, Oberarzt, Psychotherapie
Tinnitus-Klinik Dr. Hesse, 34454 Bad Arolsen

 

Herrn Dr. Helmut Schaaf danke ich für seine freundliche Unterstützung.

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